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Anmeldedatum: 25.12.2007 Beiträge: 45
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Verfasst am: 26.01.2008, 08:10 Titel: Das Nordkap |
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71°10’21’’ nördl.Breite 25°47’40’’ östl.Länge
DAS NORDKAP
Mit historischen Fahrzeugen im schönsten Land der Welt, also Österreich, zu fahren macht Spaß. Aber einmal im Jahr muß es schon etwas mehr sein.
2007 war das Ziel das Nordkap.
Relativ bequem geht es im Schlafwagen des Autoreise-Nachtzugs von Wien nach Hamburg, ca 120km bis Kiel auf Achse zum Treffpunkt und dann über Nacht mit der Fähre nach Oslo.
Wir sind 13 Teams, die meisten kennen sich schon von anderen Fahrten, die Fahrzeuge sind von Bj 1950 aufwärts. Uns erwarten unterschiedliche Tagesetappen, aber oft so um die 330km.
Die mehrstündige Einfahrt in den Oslo Fjord bei aufgehender Sonne macht Freude und Lust auf mehr.
In Oslo geht es endlich auf eigenen vier Rädern weiter. Bald sind wir über der schwedische Grenze in Mora und tags darauf in Östersund, der fast geographischen Mitte Schwedens, inmitten herrlicher Gebirgsketten.
In Arvidsjaur, im Süden Lapplands, lernen wir in einem Freilichtmuseum das Leben der Lappen kennen.
Bei Jokkmokk überfahren wir den Polarkreis. Rentiere, die „Kühe“ der Samen, erfordern ab jetzt erhöhte Aufmerksamkeit, da sie besonders am Vormittag den von der Sonne warmen Strassenbelag sehr schätzen.
Wir sollen auch auf Elche aufpassen. Da ich aber nach mehreren Reisen durch Skandinavien und Kanada noch nie einen Elch gesichtet habe, bin ich überzeugt, es gibt nur noch drei Stück in diesen Ländern: je einen in Europa und Kanada als Vorbild für die vielen Aufklebebilder, und mit Rudi der roten Nase schleppen sie gemeinsam zu Weihnachten den Schlitten.
Ein über 450km unterirdisches Strassennetz hat das Erzbergwerk in Kiruna, wo wir bis auf eine Tiefe von 520m einfahren. Die Länge der Erzzüge ins ganzjährig eisfreie Narvik werden anscheinend in Kilometern gemessen. Das berühmte Eishotel in einem Nachbarort ist jetzt im Sommer ein spiegelglatter See, ein Eismuseum mit Skulpturen ist ein dürftiger aber lustiger Ersatz.
Über den Mittsommernachtsweg geht es zur finnischen Grenze nach Kaaresuvanto.
Die Silberschmiede in Kautokeino ist schon wieder norwegisch und in Karasjok übernachten wir beim Sapmi Park, wo wir vieles über die Samen sehen und hören. Bei offenen Feuer nachtmahlen wir auf Samen-Art mit typisch einheimischen Gerichten. Hungern ist genussvoller.
Die Anfahrt zum Nordkap den Porsangerfjord entlang ist eine der schönsten Küstenstrassen weltweit. Ein besonderes Erlebnis: Auf Wasserhöhe geht es ca 1km geradeaus bergab, dann 1km geradeaus bergauf und wir haben den Fjord unterfahren.
Und dann das einmalige Erlebnis: das Nordkap ! Nackter Fels, viel Wasser, viel Wind, viel leere Gegend – aber man ist da gewesen !
In der ersten menschlichen Siedlung südlich, in Honningvag, angeblich eine „Stadt“ – aber eigentlich ein Kaff, lag das Hurtigrutenboot, was jetzt aber ein Schiff ist. Nimmt auch schon Fahrzeuge mit, und zwar überraschenderweise durch eine Einfahrt an der Längsseite des Schiffes.
Ab jetzt geht´s bergab – südwärts. Entlang wunderschöner Ausblicke auf die schneebedeckten Silhouetten der norwegischen Gebirgsketten fahren wir von Fjord zu Fjord zum Alta – Museum.
Absolut sehenswert angelegt sieht man wunderschöne, uralte Felszeichnungen wie sonst selten wo. In andere Richtung historisch Interessierte können im Tirpitz Museum vieles über den Untergang dieses Riesenschiffs und anderes aus der Kriegszeit sehen.
Die weiße Kathedrale, die Altstadt und die Brücke die sie verbindet sind allein schon einen Besuch in Tromsö wert. Auch wenn man beim Anblich der Kirche nur denkt: Wem´s gefällt.
Weiter durch herrliche Landschaften, wo immer wieder einmal der Einfluß des Golfstroms sogar hier im Norden noch merkbar ist, fahren wir über Harstadt nach Kabelvag auf den Lofoten.
Drei Nächte sind wir hier direkt am bzw über dem Wasser in Rorbu – Hütten untergebracht. Das sind nachempfundene, jetzt aber gut ausgestattete, Fischerhütten, wie sie früher zur Fangsaison der Lachse von den tagelöhnenden Fischern benutzt wurden.
Auch hier sitzen wir bis spät in der Nacht bei Gegrilltem und „etwas“ Flüssigem.
Die eindrucksvollen Lofoten werden bis zur letzten fahrbaren Strasse erkundet. Es ist wunderschön – leider nicht immer das Wetter, aber die Landschaft hat immer ihren eigenen, schroffen und interessanten Charakter.
Nach diesen Rasttagen fahren wir mit einer Fähre wieder aufs Festland und über Fauske nach Saltstraumen, wo die stärkste Gezeitenströmung Europas den Skerstadfjord aussaugt. Sehr imposanr und beeindruckend.
Weiter den Fjorden entlang, über drei Fähren und wieder über den Polarkreis.
Vorbei am wild schäumenden Wasserfall bei Laksfoss und den längsten Lachsstiegen bei Grong erreichen wir Trondheim.
In Trondheim, der alten Pilger – und Krönungsstadt der Könige sehen wir den berühmten Nidaros – Dom, die Festung Kristiansten mit dem weiten Blick über die Stadt und die herrlich restaurierten Speicherhäuser an der Nidelva. Diese bunte Universitätsstadt pulsiert.
Über das Dovrefjell, wo die Moschusochsen weiden, durch´s Gudbransdal und über den wunderschönen, wieder einsamen Peer Gynt Weg erreichen wir auf großteils Naturstrassen die Olympiastadt Lillehammer. Das größte norwegische Freilichtmuseum Mauhagen, ein ulkiges Automobil – Museum und die Olympia Anlagen sind Pflichtbesuche.
Der nette Abschlußabend ist direkt am Hafen von Oslo auf der Akerbrygge.
Am nächsten Tag wartet dann schon wieder die Fähre auf uns.
Nach 16 Tagen und ca 5.000km sind wir wieder am Wiener Westbahnhof, haben viele Eindrücke von herrlichen Ländern und Landschaften aufzuarbeiten und alte Freunde getroffen und neue gewonnen.
Es war wieder einmal rundum ein schönes Erlebnis.
Skandinavien ist eine (oder, wie in unserem Fall) mehrere Reisen wert.
Mehr zum Thema: www.atento-classic.de
beim Veranstalter: www.classic-car-highlights.com
oder bei mir |
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