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  17.01.2005

Oldtimer und Oper in Dresden

Bericht von Michael Mattheis.

In der ereignisarmen, was unser Hobby betrifft, winterlichen Zeit machten wir einen Ausflug nach Dresden. Wer uns kennt weiß, dass natürlich ein Opernbesuch eingeplant war, ein Besuch in der "Gläsernen Manufaktur" und ein Abstecher ins Verkehrsmuseum.

Wer das alte "Elbflorenz" nicht gekannt hat, wird beeindruckt vom vorbildlichen Wiederaufbau sein. Es ist wie bei einer sehr guten Restaurierung, das Ergebnis ist schöner als seinerzeit das Alte. Aber es sind eben Replikas und das schmerzt natürlich. Die Semperoper ist nach alten Plänen penibel nachgebaut, leider. Außen und die Stiegenaufgänge und die Pausenräume sind sehr beeindruckend. Der Zuschauerraum ist eher ungemütlich, die Akustik mäßig und die Klimaanlage eine Zumutung. Die Lehnen der Sitze sind ca. 12 cm dick, doppelwandig und direkt am Boden angeschlossen. So schießt die kühle Luft über Schlitz an der Oberkante durch ein Gitter nach oben. Lehnt man sich zurück, bekommt man ein steifes Genick, vorgebeugt hat man die "gereinigte" Luft im Gesicht. Noch ein Kuriosum: der Zuschauerraum ist breiter als tief. So dass 54 Sitze in einer Reihe sind, ohne Mittelgang, das ist angeblich feuerpolizeilich erlaubt. Zum Vergleich, die Wiener Staatsoper hat links und rechts vom Mittelgang 12 –15 Sitze, also maximal 30, gegenüber 54 in Dresden. Die Aufführung selbst, Carmen, war das vertrotteltste was ich jemals erlebt habe, mit zum Teil guten Sängern, die aber wegen der Regie keine Möglichkeit hatten, sich zu entfalten.

Im Verkehrsmuseum, früher nur ein Eisenbahnmuseum, steht fast alles von Audi, DKW, Horch Wanderer sowie als besondere Rarität der Simson Supra Phaeton, Bj.1925. Leider stand er so ungünstig, dass man nicht fotografieren konnte.

Ein anderer Phaeton war in der gläsernen Manufaktur von VW zu bewundern. Chassis und Motoren werden angeliefert, alles andere geschieht in Handarbeit. Man kann jede gewünschte Variation haben und wenn man Zeit hat, beim Zusammenbau zuschauen. Dies ist wahrscheinlich das unterschätzteste Auto derzeit; um diesen Preis gibt es nichts, was dieses Auto nicht auch bietet. Aber eben ein VW und dies dürfte die Hürde sein.