Artikel aus der Presse vom 11.1.2026 entnommen:
In den Augen vieler Fachleute zählt „grüner“ Wasserstoff zu den großen Hoffnungen, die fortschreitende Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen. Denn wenn es gelänge, diesen sauberen Energieträger mithilfe von erneuerbarer Energie zu vernünftigen Preisen zu gewinnen, könnten fossile Energieträger in der Industrie – etwa in der Stahlproduktion oder für Chemieerzeugnisse – sowie im Fernverkehr ersetzt und die entsprechenden CO2-Emissionen vermieden werden.
Allerdings bedeutet dies nicht automatisch eine Lösung des Klimaproblems – denn auch Wasserstoff trägt zur Erwärmung der Atmosphäre bei. Dieses farb- und geruchlose Gas ist zwar selbst kein Treibhausgas, aber wie nun Forschende um Zutao Ouyang und Robert Jackson (Stanford University, USA bzw. Auburn University, USA) mit Beteiligung des IIASA in Laxenburg herausgearbeitet haben, hat es indirekt Einfluss auf den Klimawandel.
Der wichtigste Faktor dabei ist, dass Wasserstoff mit jenen Substanzen in der Luft reagiert, die Methan abbauen (v. a. OH-Radikale). Daher steigt unter Anwesenheit von Wasserstoff die Lebensdauer der Methan-Moleküle – somit können diese ihre starke Treibhausgas-Wirkung (ca. 25 Mal stärker als CO2) länger entfalten. Weiters trägt Wasserstoff zur Bildung von Ozon und Wasserdampf in der Atmosphäre bei, was ebenfalls erwärmend wirkt. Dies führt im Endeffekt dazu, dass das Treibhauspotenzial von Wasserstoff elf Mal größer ist als jenes von CO2(Nature, 17. 12.).